Zyklus der Elemente – Kunstaktion von und für Station

Die folgende Aktion wurde gemeinsam mit einer Kunsttherapeutin entwickelt und umgesetzt.

 

Eine Idee entsteht:

Der Stationsflur ist kahl, lang, der Station fehlt ein einladender Mittelpunkt.

Farbe! Energie! Bewegung! Freude! - das täte uns allen - Team und Patienten - hier gut!

Wenn wir als Team gut verbunden sind, erleben wir deutlich weniger Spannungen auch unter den Patienten, die Arbeit fällt leichter, macht Freude, das überträgt sich auf die gesamte Stimmung.

So entstand die Idee, unseren Stationsflur nicht nur zu verschönern sondern ihn mit unserer Kraft und Energie als Team auszuschmücken und selbst zu gestalten. Vorgabe der darauf folgenden Kunstaktion war ein gemeinsames Spiel mit den vier Elementen auf vier weißen Flächen in der Verknüpfung zu Assoziationen und dem Erleben der Dynamik von Feuer, Wasser, Erde Luft im Kontext der täglichen Arbeit.

 

 

Wasser begegnet uns in Form von Tränen, Emotionen, als Strudel, als Trost, spielerisch plätschernd, voller Tiefe und Unfassbarkeit, manchmal eisig manchmal als Überflutung, dann wieder als Erlösung nach langer Dürre …

Erde, Materie, Körper - das Mutterelement erleben wir oft als Element, dem die Patienten großes Misstrauen entgegenbringen. Viele sind körperlich nicht unversehrt geblieben. Der Erde, dem Halt, der Festigkeit und Struktur wieder zu vertrauen, Altes sterben, zu Erde werden lassen ist oft ein langer Prozess. Manchmal lassen sich die Boden-Schätze, die dieser Prozess hervorbringen kann, schon ahnen.

 

Luft ist am schwersten zu greifen, zu fassen obwohl sie dauernd ein- und ausströmt, wir sie in unzähligen Gesprächen ständig in Bewegung halten. Sie ist so vielfältig wie die Vögel, die mal leicht und heiter, mal düster kreisend über uns schweben. Luft begegnet uns täglich als „Wetter“, Stimmung - manchmal stürmisch-bewegt manchmal schwer wie eine Smog-Glocke, die sich aus unseren Gedanken, Annahmen, Grübeleien formt. Wenn die Dinge ausgesprochen werden, geht ein frischer Wind durch die Station.

 

Feuer kennen alle gut. Auch wenn wir großen Respekt vor seiner zerstörerischen Kraft haben ist es doch das Element, in dem so viel Lebendigkeit steckt, dass von einer gut geführten Freisetzung große Heilkraft und Erneuerung ausgeht. Die feurigen Extreme reichen von Wut, Gewalt und Aggression bis hin zu Jubel, Freude und Begeisterung. So sitzen wir manchmal auf einem explosiven Pulverfass insbesondere, wenn mit dieser Art Feuer nicht offen umgegangen wird sondern es als Schwelbrand im Verborgenen agiert. Authentisch, geradlinig und offen in Konflikten zu sein ist eine große Herausforderung, nicht nur für Patienten sondern auch fürs Team.

So leben wir im Tanz mit den Elementen und laufen nun täglich an unseren kraftvollen Gemälden vorbei und stärken uns quasi „im Vorbeigehen“ an ihrer Lebendigkeit.